Freitag, 26. Dezember 2008

Ausstiegssignal nach Ichimoku

Nicht nur der DiaMind Indikator (www.diamind.at) sondern auch die japanische Ichimoku Charttechnik hat bereits Ende Dez. 2007 einen Ausstieg aus dem Aktieninvestment (hier MSCI World - roter Pfeil Mitte des Charts oben) signalisiert:




Samstag, 20. Dezember 2008

Der Kreislauf der Angst und der Gier ist immer gleich

Gier und Angst bestimmen das Börsengeschehen. Am Anfang jeder Hausse steht die Angst. Man traut sich keine Aktien zu kaufen, weil es in letzter Zeit nach unten gegangen ist. Nur die Mutigsten steigen ein. Die anderen warten zu.

Steigen die Kurse und die Mutigen halten durch, kommen andere, die die Kurse hinaufziehen. Plötzlich mehren sich die Kommentare der guten Börsenlage über die Medien, über Freunde und Bekannte. Man möchte auch dabei sein – die Gier entsteht. Gier macht blind und so kauft man wild alles zusammen.

Die heißen Empfehlungen, der Insidertipp und das aussichtsreiche Startup-Unternehmen verkaufen sich wie die warmen Semmeln. Nun nähern wir uns schon den absoluten Höchstkursen. Jeder potentielle Investor ist bereits mit Aktien versorgt, das Geld ist voll investiert.

Nun muß das Kartenhaus auch wieder zusammenbrechen. Erste Verkäufe führen zum Absinken des Aktienkurses, plötzlich wird aus der Gier wieder Angst. Manche verkaufen, um ihr Geld zu retten. Andere warten und vertrauen darauf, dass die Kurse wieder zu alten Höchsständen auffliegen. Doch weit gefehlt – der Abwärtstrend ist da.

Nun hat die Angst einen wieder, und jeder wartet auf die neue Saison der Gier.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Buy & Hope?

Die IESE Business School Barcelona hat untersucht, wieviel Gewinn man mit EUR 1.000,-- Investition in den DAX von 1990 bis 2006 erzielt hätte:Da ist man ja direkt versucht den einen oder anderen schlechten Tag auszulassen. Könnte die Charttechnik dabei durchaus hilfreich sein. :-)

Freitag, 28. November 2008

Drawdowns als Cost Average-Killer?

Der Cost Average Effekt funktioniert besser, wenn die Drawdowns im Rahmen bleiben!

Bereits zu Beginn einer Investmentkarriere lernt ein jeder den Cost Average Effekt kennen: bei fallenden Kursen und gleichbleibender Sparrate erwirbt man als Investor mehr Anteile, die bei nachfolgender positiver Kursentwicklung ein mehr an Performance bringen.

Was niemand erwähnt: Diese einfache Investmentformel ist leider nur bedingt richtig: je mehr Kapital bereits angespart wurde, umso mehr verhält sich die Anlage wie ein Einmalerlag. Das bedeutet: große Drawdowns sind schädlich.

Beispiel einer Sparplanentwicklung seit 2002:
Im nachstehenden Chart werden jeweils EUR 100,-- monatlich in einen diskretionären Aktienfonds (rot) und in einen trendfolgenden Fonds wie DiaMind (grün) veranlagt (Start 01.01.2002). Aktuell liegt der diskretionäre Fonds unter dem einbezahlten Kapital (schwarz):

Link Chart 1

Wie könnte sich der Sparplan in Zukunft weiterentwickeln?
Im nachfolgenden Chart wird unterstellt, dass der Investor weiter einzahlt und dass sich der DiaMind mit 6% p.a. und der diskretionäre Fonds mit 12% p.a. weiterentwickelt.

Link Chart 2

Erst 2018 - nach 10 Jahren - könnte der diskretionäre Fonds den trendfolgenden DiaMind einholen, wobei er eine Outperfomance von 100% jedes Jahr benötigen würde. Können Sie sich das vorstellen (siehe Chart oben)?

Mittwoch, 5. November 2008

Wann ist die Krise beendet?

Hat schon mal jemand von Euch den Crashverlauf von 2000 mit dem aktuellen verglichen? Sind zwar in der Entstehung und in der Struktur völlig verschiedene Krisen, aber interessant ist die verblüffende Ähnlichkeit in der Psychologie des Crahsverlaufs:
grün = MSCI World, rot = Verlauf von 2000 verschoben auf die aktuelle Krise

Interessant oder? Fortsetzung folgt.

Dienstag, 3. Juni 2008

Definition Ichimokui

Ichimoku

Hosoda war Journalist und nannte sich Ichimoku Sanjin. Ichimoku bedeutet "Alles auf einen Blick". Er entdeckte die Indikatorentechnik, die lange Zeit vor ihm, erfunden wurde. Letztendlich wurde dieser Indikator in einem Büchlein im Jahre 1968 publiziert und ist seitdem, zumindest in japanischen Handelsräumen, sehr populär.

Nach einer kurzen Einarbeitung und dem nötigen Verständnis der Hintergründe, wird das Ziel des Indikators erkennbar. Er soll einen möglichst umfassenden Überblick über den technischen Zustand eines Marktes oder einer Aktie geben sowie konkrete Handelssignale liefern.

Hosoda hat sich viele Jahre mit diesem Indikator beschäftigt, stellte sogar Studenten an, die tausende von Berechnungen durchführten, um die besten Einstellungen zu finden. Der Indikator ähnelt stark einem System aus gleitenden Durchschnitten ( Moving Averages ) und auch die Signalerzeugung geschieht auf ähnliche Art und Weise.

Jedoch eröffnet uns dieser Indikator nicht nur konkrete Handelsregeln, sondern gibt auch Hinweise auf Unterstützungs- und Widerstandszonen und liefert uns eine Bewertung für die Stärke der erzeugten Signale. Er basiert auf der Berechnung von mittleren Handelsspannen einer bestimmten Periode und deren Projektion in Zukunft und Vergangenheit.

Berechnung und Parameter

Der Indikator besteht aus insgesamt fünf Linien. In manchen Analyseprogrammen werden nur vier Linien dargestellt, wobei damit allerdings ein Aspekt, nämlich die Bewertung der Signalstärke, wegfällt. Die fünf Linien werden als

- Standard Linie

- drehende Linie

- verzögerte Linie

- vorauseilende Linie 1

- und vorauseilende Linie 2

bezeichnet. Um Verwechselungen zu vermeiden sind unten noch einmal eine genaue Auflistung samt Original – Bezeichnungen und englischer Übersetzung aufgeführt.

Die Berechnung der Linien erfolgt auf Basis der höchsten und tiefsten Kurse einer bestimmten Betrachtungsperiode. Die ersten beiden Linien bilden ein ähnliches Signalsystem wie zwei gleitende Durchschnitte, nur werden sie nicht als Durchschnitt einer Datenreihe, sondern als Mittelwert der höchsten und tiefsten Kurse einer bestimmten Betrachtungsperiode ermittelt.

Kinjun Sen (Standard Line)

Die Standard-Linie ist der Mittelwert vom höchsten und vom niedrigsten Kurs der letzten 26 Tage.

Tenkan Sen (Turning Line)

Die drehende - Linie ist der Mittelwert vom höchsten und niedrigsten Kurs der letzten neun Tage.

Chikou Span (Delayed Line)

Die verzögerte Linie stellt eine Rückwärtsprojektion des aktuellen Kurses um 26 Tage dar. Sie endet also auch 26 Kursstäbe in der Vergangenheit.

Senkou Span A (1. preceeding Line)

Die erste vorauseilende Linie ist der Mittelwert aus Standard-Linie und drehender Linie, der 26 Tage in die Zukunft projiziert wird.

Senkou Span B (2. preceeding Line)

Die zweite vorauseilende Linie schließlich ist der Mittelwert aus höchstem und tiefstem Kurs der letzten 52 Tage, der ebenfalls 26 Tage in die Zukunft projiziert wird.

Signale

Der Indikator liefert uns mittels der Linien sehr viele Informationen. Zum einen werden die Standard - und die drehende - Linie als Signalsystem verwendet. Schneidet die drehende - Linie die Standard - Linie von unten nach oben gilt dies als Kaufsignal. Schneidet sie die Standard-Linie von oben nach unten gilt dies als Verkaufssignal. Da es sich beim Ichimoku-Indikator um ein trendfolgendes System handelt, sollten nur die Signale gehandelt werden, die in Trendrichtung zeigen. Als ersten Anhaltspunkt für eine Trenddefinition wird die verzögerte - Linie verwendet. Da es sich um eine rückwärtsgerichtete Projektion des aktuellen Kurses handelt, zeigt uns diese Linie die Veränderung des aktuellen Kurses im Vergleich zum Kurs vor 26 Tagen an.

Wir betrachten die Lage des Kursstabes vor 26 Tagen zur verzögerten - Linie:

Liegt die verzögerte Linie über diesem Kursstab, sind die Kurse in den vergangenen 26 Tagen gestiegen.

Liegt die verzögerte Linie unter dem Kursstab, sind die Kurse seitdem gefallen.

Diese Information ist mit einem Blick zu erfassen.

Die nächste Information entnehmen wir den beiden vorauseilenden Linien. Sie werden meistens als gefüllte Fläche dargestellt, die im japanischen als Kumo, „Wolke“ bezeichnet wird. Bei den beiden Linien handelt es sich zum einen um den Mittelwert von Standard und drehender Linie, also einen Mittelwert der aktuell betrachteten Zeitspanne. Liegen die Kurse darüber, gilt dieser Mittelwert als Unterstützung, liegen sie darunter, gilt der Mittelwert als Widerstand.

Ausgehend von der These, dass Trends sich eher fortsetzen, als die Richtung zu wechseln, wird unterstellt, dass der jetzige Mittelwert seine Funktion als Widerstand oder Unterstützung auch weiterhin beibehalten wird. Deshalb wird dieser Wert 26 Tage in die Zukunft projiziert. Die zweite vorauseilende Linie ist der Mittelwert aus höchstem und tiefstem Kurs der letzten 52 Handelstage, was einem Zeitraum von zwei Monaten entspricht. Auch dieser Wert wird 26 Tage in die Zukunft projiziert und soll damit einen etwas längerfristigen Vergleich des aktuellen Kurses mit den Mittelwerten des Betrachtungszeitraumes ermöglichen.

Für die Trenddefinition im Ichimoku-System ist nun die Lage des aktuellen Kurses zur Wolke entscheidend. Liegt der Kurs über der Wolke, befindet sich der Basiswert in einem Aufwärtstrend. Die Wolke fungiert in diesem Fall als Unterstützungszone. Liegt der Kurs unter der Wolke, befindet sich der Basiswert in einem Abwärtstrend und in diesem Fall fungiert die Wolke als Widerstandszone. Eine Bewegung von unten, durch die Wolke nach oben, ist als Break Out Signal zu werten, ebenso wie eine Bewegung von über der Wolke nach unten. Die von den beiden Hauptlinien erzeugten Signale sollten also mit den Informationen der Kumo gefiltert werden.

Kaufsignale gelten nur, wenn das Signal über der Wolke entsteht und Verkaufssignale gelten nur, wenn das Signal unter der Wolke entsteht. Des weiteren gelten Kaufsignale, die nicht von der verzögerten Linie bestätigt werden, als schwache Signale und Verkaufssignale dann ebenfalls nur als schwache Signale.

Betrachten wir die verzögerte Linie in Verbindung mit der Kumo, können wir eine Aussage über die Stärke des aktuellen Trends treffen. In einem Aufwärtstrend liegen die Kurse über der Kumo. Dies sollte von der verzögerten Linie dadurch bestätigt werden, dass sie über ihrem Referenzkurs von vor 26 Tagen liegt. Ist dies nicht der Fall, zeigt dies Schwäche im vorherrschenden Trend an. In einem Abwärtstrend liegen die Kurse unter der Kumo. Dies sollte von der verzögerten - Linie bestätigt werden, indem sie unter ihrem Referenzkurs von vor 26 Tagen liegt.

Quelle: http://www.ibtimes.de/articles/20090825/ichimoku-trendsystem-indikator.htm