Montag, 2. Februar 2009

Gold, die nächste Blase?

Es ist zurzeit überall zu lesen, dass bei Gold die Nachfrage das Angebot übersteigt. Wird Gold die nächste Blase?

War das mit der Nachfrage nicht auch bei den Immobilien so? Die grossen Immobilienaktiengesellschaften haben vor allem in Osteuropa (aber auch in Spanien) die Nachfrage künstlich aufgebläht, konnten dadurch laufend die Substanzwerte in ihren Bilanzen aufwerten und einen kontinuierlich steigenden NAV veröffentlichen. Dies erzeugte wiederum Nachfrage nach Immobilienaktien und die Kapitalerhöhungen führten zu Mittelzuflüssen, die wieder in Immobilienkäufen mündeten. Ein Perpetuummobile der Finanzwelt.

Bis zu dem Zeitpunkt als die Finanzkrise begann und zum ersten Mal grössere Verkäufe in den Immoaktien stattfanden, irgendwann die AGs Immobilien auf den Markt werfen mussten und so den echten Verkehrswert ihrer Gebäude kennenlernten. Abwertungen der Bilanzen und rapide Kursverluste waren die Folge. In Spanien zb. sanken die Immobilienpreise um mehr als 40%.

Wenn nun aber ein jeder Gold kauft und das nicht physisch, sondern über Finanzinstrumente wie ETFs und Zertifikate (zum Teil gehebelt), ist das rein technisch gesehen nichts anderes wie das Geschäft mit den Immobilienaktien. Die Produktion kommt nicht mehr nach, der Goldpreis steigt und steigt und irgendwann kommt man drauf, dass es gar nicht soviel Gold gibt (das auch zum Verkauf freisteht - siehe Shortproblematik bei Volkswagen). Die Hebel müssen gestirchen (verboten) werden und der Preis fällt wieder mit der Nachfrage.

Interessanterweise sind Gold-ETFs mittlerweile schon die größten Nachfrager am Markt (wie damals die Immo-AGs?).

Ensteht hier das nächste Perpetuummobile? Steigen die Kurse, solange die Nachfrage übertrieben steigt? Was passiert, wenn die Anleger aus den Zertifkaten und ETFs alle ihr Gold physisch geliefert bekommen wollen? Was passiert, wenn die Hebel zurückgefahren werden müssen? Ist überhaupt genug Gold vorhanden?

Gold, der sichere Hafen?

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