Freitag, 8. Mai 2009

Diskretionär oder Technisch - Der grosse Glaubenskrieg ...

... oder worum es wirklich geht.

Ich finde Gespräche mit Anhänger der anderen Glaubenslehre immer sehr anregend und spannend. (Dass wir bekennende Chartisten sind, brauche ich wohl nicht weiter erwähnen, da spricht der Blogtitel für sich.)
Zu den Höhepunkten der Unterhaltung zähle ich es, wenn der Gesprächspartner nicht nur überzeugter Fundi ist, sondern auch die Marktbewegungen vorhersehen kann und in der Vergangenheit immer richtig eingestiegen ist. Als Beweis kommen natürlich sofort mindestens drei Beispiele, bei denen der Kollege schon am Vorabend des Veröffentlichungstermines wichtiger Zahlen richtig positioniert war. Und die aktuelle Bärenmarktrally hatte er schon Ende Februar angekündigt. Sein Mitarbeiter kann dies jederzeit bezeugen.

Sicher kein Einzelfall. Auf selbsternannte Gurus treffen wir bei jeder Gelegenheit, bei jedem Buffet, auf Börsenveranstaltungen und noch viel öfter im Fondsmanagement. Meistens wird dies von den Marketingabteilungen bewusst gesteuert, denn der Mensch investiert eben am liebsten in Fonds von Gurus und Hellseher.

Warum ist das so? Wir Menschen sind vorrangig emotional getrieben und haben ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis. Daher suchen wir uns Alphatiere, die wissen wo es langgeht. Wenn denen dann bereits eine ganze Herde von Anlegern folgt, steigt unser Sicherheitsgefühl. So viele können sich ja nicht mehr irren. Oder?

Wir verdrängen dann die rationale Sicht: Auch die Alphatiere wissen soviel von der Zukunft wie alle anderen. Nämlich gar nichts.

Und jetzt kommt die Frage aller Fragen im Glaubenskrieg: Sind dann die Techniker mit ihren Charts und Indikatoren besser dran? Können sie die künftigen Entwicklungen berechnen?
Klare Antwort: Nein.

Jedem Indikator liegen historische Kurse zugrunde. Also bleibt uns allen nur ein Blick in die Vergangenheit. Somit steht es in unserem Glaubenskrieg 1:1 unentschieden.

Ist es dann langfristig möglich, Geld an der Börse zu verdienen?
Antwort: Ein klares Ja.

Letztendlich geht es nämlich um die Trefferquote bei sämtlichen Entscheidungen und um das Chance-/Risikoverhältnis bei den Trades. Egal ob Sie auf fundamentaler oder charttechnischer Basis einsteigen. Sie sollten immer zumindest doppelt soviel gewinnen als verlieren können oder noch mehr. Bei einem Verhältnis von z.B. 5:1 reichen bereits 20% Gewinntrades um kein Kapital langfristig mehr zu verlieren!

Also, die Verluste klein halten und die Gewinne laufen lassen. Dann macht Börse Spass. Und gescheit mitreden kann man dann auch. Egal ob als diskretionärer Fundi oder als systematischer Techniker. :-)

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