Freitag, 20. November 2009

Börse ist eine massenpsychologische Veranstaltung

Heute möchte einen Auszug aus dem - von mir sehr gern gelesenen - aktuellen Dax Daily Newsletter von Henrik Vogt posten. Plakativer kann man die Vorgänge an den Börsen und den Wert der Marktkommentare nicht darstellen. Der Mann spricht mir aus der Seele.

Infineon
von Henrik Voigt

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist schon seltsam: die ganze Woche über hagelt es förmlich schlechte Konjunkturdaten, und der Markt steigt trotzdem, nur um am bisher einzigen Tag dieser Woche kräftig zu fallen, an dem die Daten einmal besser ausfallen als erwartet. Daran sehen Sie sehr schön, wie irrational Börse sein kann. Sie wissen niemals im Voraus, wie der Markt die Daten bewertet. Aus diesem Grund wäre zumindest eine kurzfristige Anlagestrategie, die sich an Nachrichten orientiert, absolut erfolglos. Börse ist eine massenpsychologische Veranstaltung, die Erwartungen und Herdenverhalten abbildet, nicht die in Daten enthaltene Vergangenheit.

Ich habe es längst aufgegeben, mir die täglichen Marktkommentare durchzulesen, warum der Markt denn heute wieder fällt oder steigt (es sei denn zur Belustigung). Einfach, weil es Quatsch ist. Niemand kann jeden Tag in die Köpfe sämtlicher Marktakteure hineinsehen und von naheliegenden Gründen auszugehen bringt wenig bei so viel Irrationalität. Für mich dominieren technische Faktoren. Trends setzen sich fort bis sie gebrochen werden, Käufe setzen an Trendlinien ein, Verkäufe an Widerstandslinien. Der DAX lieferte gestern wunderschöne Musterbeispiele dafür. Da passt die Nachrichtenlage überhaupt nicht dazu (muss sie auch nicht), aber die Markttechnik tut es. Und daraus lassen sich dann immer wieder gesicherte Prognosen für das zukünftige Kursverhalten ableiten.

Nicht die Wirtschaftsdaten an sich zählen, sondern die Reaktion des Marktes darauf. Ein aktuelles Beispiel soll das verdeutlichen: Infineon legte gestern Quartalszahlen vor, die besser als erwartet ausfielen. Wenn Sie jetzt denken, dass der Kurs deshalb gestiegen ist, dann irren Sie gewaltig. Er ist regelrecht eingebrochen. Mag sein, dass das Gewinnmitnahmen waren, weil es in den Tagen zuvor einen Kursanstieg gab. Aber letztlich ist die Aktie damit an einem sehr wichtigen Widerstand gescheitert und das bedeutet nichts Gutes für den künftigen Kursverlauf. Offensichtlich preist der Markt hier zukünftige Schwierigkeiten bei dem Unternehmen ein, die zur Zeit noch gar nicht öffentlich sichtbar sind. Nur der Chart verrät das zum jetzigen Zeitpunkt bereits. Genau aus diesem Grund finde ich die Charttechnik so wertvoll.

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