Dienstag, 8. Dezember 2009

Charttechnik ist keine Hexerei

Henry Voigt (Dax Daily Newsletter) beschreibt in seinem aktuellen Newsletter sehr anschaulich zum einen die Funktionsweise der Charttechnik als Handwerkszeug und zum anderen die aktuelle Marktsituation des Dax:

"DAX vor weiterer Korrektur?
von Henrik Voigt

Der DAX tat sich gestern wie erwartet schwer. Zum Handelsschluss stand trotz anfänglich positiver US-Vorgaben ein moderates Minus zu Buche. Da sich unser Leitindex in der Nähe des oberen Widerstandes seiner Handelsspanne befindet, dürfte er sich im Laufe der Woche noch einmal zu einem Besuch der unteren Begrenzung aufmachen. Ohne Ausbruch aus der Zone und ohne entsprechende US-Vorgaben dürfte allerdings nicht viel Spannendes passieren. Achten Sie also auf die Marken 5500 und 5900 Punkte.

Ich habe Ihnen heute als Indikator einmal den Stochastik mitgebracht, der in Seitwärtsphasen (wie dieser hier) wesentlich zuverlässigere Signale liefert als der von mir sonst bevorzugte MACD. Der Indikator zeigt derzeit eine divergente Entwicklung zum Kursverlauf beim DAX. Das heißt, höhere Hochs beim DAX werden nicht durch höhere Hochs beim Indikator bestätigt. Außerdem steht der Indikator kurz vor einem Verkaufssignal (wenn die schwarze Linie die rote Signallinie von oben schneidet).

Dies ist oft ein Vorzeichen für eine bevorstehende Korrektur. Und auf diesem Umstand beruht (neben anderen Faktoren) meine obige Prognose, dass der DAX in den nächsten Tage noch einmal tiefere Kurse sehen dürfte.

Sie sehen also zwei Dinge. Erstens: ich sauge mir Prognosen nicht einfach aus den Fingern, sondern mache sie an bestimmten Marktentwicklungen und technischen Faktoren fest. Zweitens: Charttechnik ist keine Hexerei. Sie müssen lediglich Ihren charttechnischen „Werkzeugkasten" kennen und für jede Marktphase die passenden Instrumente auswählen. Wobei mir natürlich klar ist, dass Bewegungen innerhalb von Seitwärtsphasen schwerer zu prognostizieren sind als in Trendphasen. Seitwärtsmärkte sind nun einmal unentschlossen und wankelmütig. Aber es ist immer besser, der Charttechnik zu vertrauen, als dem Bauchgefühl oder dem Herdentrieb. Außerdem dauern solche Phasen nicht ewig und sie dienen der Energiegewinnung für die anschließende Trendbewegung, die dann umso heftiger ausfallen kann. Ein Ausbruch erfolgt meist dann, wenn keiner mehr damit rechnet.

DAX im Tageschart



Nächste Widerstände: 5890, 5850 Punkte

Nächste Unterstützungen: 5630, 5500, 5320, 5170 Punkte

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr Henrik Voigt.

Chefredakteur DAX Profits


Wichtige Termine und Wirtschaftsdaten Dienstag, den 08.12.2009:

08:00
DE: Insolvenzen September

12:00
DE: Industrieproduktion Oktober m/m
Prognose: 1 Zuletzt: 2.7

23:00
US: ABC Verbrauchervertrauen"

1 Kommentar:

  1. Ein wirklich sehr interessanter Artikel! Ich beschäftige mich gerade mit der Charttechnik. Die Charttechnik ist der Grundbaustein der technischen Analyse. Im Gegensatz zur fundamentalen Analyse wird anhand der Charttechnik nur die Vergangenheit betrachtet. Im Endeffekt sollte diese Rückschlüsse / Hinweise über die zukünftige Entwicklungen liefern. Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Charttypen und –techniken. Die klassische Charttechnik, die Point- Figure Technik, die Candlestick Technik sowie die Elliott Wellen Theorie sind hierbei die bekanntesten. Je nach Tradingstrategie bzw. –absicht können einzelne Trader unterschiedliche Strategien bevorzugen bzw. anwenden. Die Charttechnik stellt hierbei sicherlich ein bedeutendes Tradinginstrument /-unterstützung dar. Jedoch muss man sich im Klaren sein, dass man die Zukunft nie von der Vergangenheit ableiten kann. Spekuliert man nur kurzfristig (Daytrading) kann man sicherlich anhand der Charttechnik agieren. Langfristig wird die Charttechnik meist noch mit fundamentalen Daten kombiniert. Wie man hierbei erkennt, kann man lediglich aufgrund der Charttechnik handeln oder diese als sinnvolle Unterstützung beim Trading einsetzten.

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