Donnerstag, 25. Februar 2010

Die Philosophie der Technischen Analyse

von Henrik Voigt

Heute möchte ich Ihnen einmal die Philosophie der Technischen Analyse etwas näherbringen, der ich mich verschrieben habe. Mit diesem Ansatz versuchen Charttechniker wie ich durch das Studieren von Marktbewegungen zukünftige Kurstrends vorherzusagen. Die Idee dahinter ist folgende: Alles, was an Nachrichten und Informationen in der Lage ist, die Kurse zu beeinflussen, wird durch den aktuellen Marktpreis widergegeben. Bestimmte Kursmuster aus der Vergangenheit lassen dabei Rückschlüsse auf zukünftige Kursbewegungen zu.

Und da unterscheidet sich der technische Ansatz auch vollständig von der Fundamentalanalyse. Der Charttechniker geht zunächst einmal davon aus, dass der Markt immer Recht hat und alle verfügbaren Informationen im Kurs enthalten sind. Der Fundamentalanalyst hingegen unterstellt einen Irrtum des Marktes, wenn er von einer Über- oder Unterbewertung einer Aktie ausgeht. Er hofft, dass diese (in seinen Augen) Fehleinschätzung des Marktes irgendwann korrigiert wird. Er versucht, den Markt zu überlisten, indem er seinen (vermeintlichen) Informationsvorsprung nutzen will. Dabei gibt es allerdings zwei Probleme:

Erstens: Wer sagt denn, dass der Markt sich irrt und nicht der Fundamentalanalyst? Hat er tatsächlich mehr oder bessere Informationen als der Markt (etwa als Insider)?

Zweitens: Selbst wenn der Fundamentalanalyst Recht haben sollte: Er kann nicht wissen, wie lange es dauert, bis der Markt seinen „Irrtum" einsieht. Vielleicht erlebt er das gar nicht mehr. Trends können nämlich unter Umständen Jahrzehnte anhalten und in die subjektiv „falsche" Richtung laufen (sind das dann noch Irrtümer?).

Nun ist zwar auch die Technische Analyse nicht frei von Fehlern, denn der Techniker hat insbesondere zu Beginn der Ausbildung eines Kursmusters (manchmal zu) viele Interpretationsmöglichkeiten und kann letztlich auch nur mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten leben. Aber insbesondere dann, wenn sich erst einmal ein Trend gesichert etabliert hat, dürfte er selten falsch liegen. Das soll nun nicht heißen, dass Fundamentalanalyse Quatsch ist. Ich selbst beziehe sie ja gern als zusätzliche Entscheidungshilfe in meine Analysen ein. Aber den Ausschlag für meine Entscheidungen gibt immer die technische Situation.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr Henrik Voigt.

Chefredakteur DAX Profits

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