Montag, 22. März 2010

Der Banken-Kontraindikator und das Gold

Der Bankensektor (zumindest in Österreich) ist ja allgemein bekannt für sein Händchen, am Höhepunkt eines Trends zu erkennen, dass ein Trend vorhanden ist, um dann noch schnell ein passendes Produkt zu lancieren. Der Österreicher im allgemeinen ist schon nicht der schnellste bei Entscheidungen und die risikoscheue Spezies der österreichischen Banker im besonderen ist noch viel langsamer. Und somit schaffen sie es immer wieder, den Umkehrpunkt klar zu erkennen und noch schnell ihre Kunden mit einem passenden Produkt zu beglücken, bevor es zu spät ist. Dass dabei Provisionsüberlegungen im Vordergrund stehen, ist nicht mehr als eine böse Behauptung und steht unter dem Verdacht der böswilligen Verleumdung.

Dieses Verhalten können sich raffinierte Anleger aber zu Nutze machen, in dem sie ganz einfach die Gegenposition einnehmen. So haben es z.b. zwei österreichische Banken geschafft, mit Technologiefondsstarts am 15.3.2000 und 03.04.2000 den Höhepunkt der dotcom-Blase fast taggenau zu treffen. Oder so haben fast alle Banken mit der Begründung, der Euro/Schweizer Franken Kurs habe noch Luft bis 1,80 ihre Kunden auch bei 1,64 einen CHF-Kredit aufnehmen lassen und mit Unterstützung der Behörden bei Kurs 1,43 die Fremdwährungskredite quasi abgeschafft. Von den Immobilienaktien möchte ich gar nicht reden, die notierten laut Aussagen der Banken ja selbst am Höchststand noch um 30% unter ihrem inneren Wert. Wussten sie eigentlich, dass die größten Immobilienaktienverkäufer die Banken waren und nicht irgendwelche Vertriebe. Aber hier ging es ja um innere Werte.

Da juckt es mich doch in den Fingern, Gold zu shorten, wenn ich lese, dass eine Bank in Österreich bereits damit wirbt, dass sie einen Goldsparplan ab 50,—monatlich anbieten. Vielleicht ist es noch ein bisschen zu bald, aber warten wir ab, bis alle großen Banken auf diesen Zug aufgesprungen sind. Sie werden sehen, Geschichte wiederholt sich doch.

Gold Full0410 Future 20.03.2010Außerdem befindet sich Gold schon sehr lange in einer Überkauftsituation, was bei langlaufenden Trends auch normal ist. Aber jeder Trend – und ist er noch so lang – findet einmal sein Ende. Und danach kommt zumindest eine Korrektur. Das größte Volumen ist übrigens bei ca. USD 400,— gehandelt worden (siehe Volume-at-Price-Chart).

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