Mittwoch, 21. April 2010

EURCHF weekly – KW 15

eurchf kw 15 16042010 EURCHF Wochenchart

EURCHF hält sich tapfer über 1,43. Die Woche schloss aber negativ und die Langfristindikatoren Aroon und Hoose Index stehen auf Rot. Solange die Griechenlandfrage nicht zu 100% geklärt ist – die Märkte verlangen ja aktuell einen echten Geldfluss – bleibt der Euro unter Druck. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass manche Hedgefonds ganz offen davon sprechen, die Parität zwischen Euro und Dollar erzwingen zu wollen.

Montag, 19. April 2010

It´s time for revolution …

… maybe. Es könnten die Bären den Siegeszug der Bullen durch eine kleine Revolution verlangsamen. Dass Sie jetzt schon zur Gänze das Regime übernehmen, halte ich noch nicht für möglich. Ich zeige Ihnen warum:

Begonnen hat es am letzten Freitag, Ende KW 15. Bedingt durch den Goldman Sachs Skandal, den kleinen Verfallstag, Aufflammen der Immobilienkrise (diesmal erwischt es Immobilienfonds von Morgan Stanley, Goldman Sachs und der Deutschen Bank) und durchwachsenen Konjunkturdaten, gaben die Märkte das gesamte Wochenergebnis allein am Freitag plötzlich wieder ab:

s&p daily candle 16042010S&P 500 Tageschart

Nach dem Test der 1.200er Punktemarke schloss die Woche doch noch negativ und einiges unterhalb des Wochenhochs:

s&p weekly 16042010 S&P 500 Wochenchart

Abhängig vom Verlauf des ersten Quartalsberichtssaison, bei der die Firmen hohen Erwartungen gerecht werden müssen, kann dies nur eine kleine Korrektur im Run auf die 1.300 Punkte bleiben. Die langfristigen Trendindikatoren Hoose Index und Aroon zeigen immerhin weiter Grün:

s&p weekly hoose 16042010 S&P 500 weekly – KW 15 (Hoose und Aroon)

Samstag, 17. April 2010

Volare - Die Vola als Kennzahl!

Eine Kennzahl wird oft und gern in den Finanzkreisen verwendet: Die Volatilität. Grund genug für die Investdenker, dieser Kennzahl mal genau auf den Grund zu gehen.

Es gibt mehrere Arten, wie man Volatilität betrachten kann:

In Traderkreisen, die nach Chartbilder handeln, ist die Volatiliät am Chartbild visuell zu erkennen. Sie beschreibt die Nervosität der Kurse. Wie stark sie empfunden wird, hängt unter anderem auch davon ab, welche Zeitfenster man bei den Kursen betrachtet. Der Intradaytrader wird ganz andere Volatilitäten erleben, als der Trader, der auf 6 Monatsbasis handelt.



Hohe und niedrige Vola im Chartbild

Bei den Tradern gibt es mehrere Berechnungsarten der Vola, wie z. B. Die Average True Range (ATR), Chaikins Volatility, Relative Volatility Index uvm.

Durch diese Indikatoren wird meist versucht, Kursausbrüche oder Trends zu bestimmen. Oft ist der Indikator der Volatilität auch als Maß des Risikos bei der Berechnung der Tradegröße im Einsatz.

Anders wird die Kennzahl der Volatilität bei der Analyse der Finanzportfolios oder bei der Fondsauswahl betrachtet. Hier wird die Volatilität als Standardabweichung zur den mittleren Kursschwankungen berechnet. Dabei werden die Kursschwankungen quadriert. Das bedeutet, daß die Vorzeichen der Kursschwankung wgeeliminiert werden.

Daher kann es vorkommen, daß ein Fonds, der jeden Tag 1% Minus macht, besser als jeder andere Fonds im Vergleich der Volakennzahlen ist. Da die Vola nicht richtungsabhängig ist, ist sie als Maß der Berechnung eines Risikos des Investment unserer Ansicht nur bedingt glaubwürdig.

Welches Risiko man mit einem Investment eingeht, daß läßt sich unserer Ansicht nach am besten bei der Kennzahl „Maximaler Drawdown“ ablesen. Denn hier wird auch die Richtung der Kursveränderungen mitberücksichtigt.

Donnerstag, 15. April 2010

Des Goldes Divergenz

Divergenzen sind gegenläufige Entwicklungen von Preis und Indikator und gelten als wichtiger Haupthinweis für eine Veränderung oder Bestätigung der Trendrichtung des Kurses.

Divergenzen entstehen, wenn zum Beispiel für die Bildung des neuen Hochs weniger Momentum existiert, als bei der Bildung des alten, tieferen Hochs vorhanden war. Es ist ein Anzeichen dafür, dass die Preisdynamik in der vorherrschenden Trendrichtung nachlässt.

Divergenzen sind eine der verlässlichsten Signale in der technischen Analyse und gelten als eine Art Frühwarnsystem, dass Änderungen der Trendrichtung erkennen lässt, bevor sie passieren.

Und genau diese Divergenz sehen wir im aktuellen Goldchart:

Gold Divergenz 08042010 Gold EUR/Unze – Monatschart

Es ist eine Divergenz, welche sich langsam über 4 Jahre aufgebaut hat und entsprechend langsam wird sie sich auch auflösen. Sie bedeutet auch nicht unbedingt einen Crash in den nächsten Tagen, aber zumindest liefert sie Potential für einen Rücksetzer auf den unteren Rand des Regressionskanals bei 660 EUR/Unze oder –23% vom aktuellen Stand in den nächsten Monaten.

Wie eine Divergenz zu bewerten ist, zeigt wunderbar unser Posting vom 06. Nov. 2009 zur damaligen Divergenz im MSCI World: Link zu alten Post

Wie sich der Index danach verhalten hat und wann die Divergenz aufgelöst wurde, zeigt der aktuelle Chart:

msci divergenzMSCI World Tageschart

Divergenzen sind Frühwarnsysteme und die Auflösung benötigt manchmal noch etwas Zeit.

Dienstag, 13. April 2010

Nach der Ölkrise ist nach der Finanzkrise …

… könnte zumindest rein charttechnisch betrachtet so sein. Die Chartverläufe rund um die beiden Krisen sehen nämlich sehr ähnlich aus. Natürlich sind die fundamentalen Grundlagen für die beiden Krisen völlig unterschiedlicher Natur, aber aus psychologischer Sicht ähneln große Krisen einander dann oft doch einigermaßen:

S&P 500 INDEX Verlauf ab 1975S&P 500 zur Zeit der Ölkrise 1973

S&P 500 INDEX Prognose wie nach 1975
S&P 500 aktuell

Daraus könnten wir somit eine Abwärtswelle mit –20% bis August 2011 und dann einen Bullenmarkt bis Dezember 2014 mit über +60% erwarten.

Montag, 12. April 2010

EURCHF – KW 14

Anscheinend wirkt die SNB nach wie vor auf den EURCHF Wechselkurs ein, sodass sich dieser bei ca. 1,43 einpendelt.

EUR_CHF Spot 09042010 EURCHF Spotrate daily

Zitat “Devisen-Monitor” Newsletter vom 09.04.2010: “Der wichtigste Exportmarkt für die Schweizer Industrie ist nach wie vor die Europäische Union, vor allem Deutschland. Und Schweizer Produkte sind, zwar von hervorragender Qualität, sowieso schon nicht die günstigsten. Die Industrie benötigt einfach eine gewisse Zeit um sich auf das veränderte Wechselkursverhältnis einzustellen, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Die Frage ist nun also nur noch, wie lange die SNB dem Markt wohl demonstrieren wird, dass sie den längeren Atem hat. Es stellt sich also insbesondere die Frage, ob die SNB hier nun ganz bewusst eine Grenze ziehen will oder ob hier einfach nur das Tempo abgedrosselt werden sollte. Man wird sehen, aber interessant ist es allemal, dabei zuzusehen, wie die SNB versucht dem Markt ihren Willen auf zu zwingen! “

Samstag, 10. April 2010

S&P 500 weekly – KW 14

S&P 500 weekly 09042010S&P 500 Wochenchart

Nachdem während der Korrektur seit Jänner der Aroon zwischenzeitlich ein Verkaufssignal generierte, zeigt er mittlerweile wieder Grün. Auch der längerfristige Hoose Index ist nach wie vor auf Kaufen eingestellt.

Ein nächster Widerstand findet sich charttechnisch im S&P 500 bei ca. 1.300 Punkten (+9%) und wird auch vom Volume-At-Price bestätigt. Hier wurden auch auf Sicht von 60 Monaten die größten Volumina gehandelt.

Donnerstag, 8. April 2010

EURCHF – weekly – KW 13

eurchf hoose 01042010 EURCHF – Wochenchart

Auch nach der Intervention der vorigen Woche zeigt unser Hoose Index noch ein negatives Signal für den EUR. Für eine nachhaltige Umkehr, darf diese Unterstützungsmaßnahme der SNB keine einmalige Aktion bleiben. Den Willen dazu haben sie ja bezeugt.

Dienstag, 6. April 2010

Krisen sind wie Ostereier …

… die Farben sind zwar anders, aber wenn sie geschält sind, gleicht letztlich ein Ei dem anderen.
Eine historische Betrachtung des S&P 500.

S&P 500 INDEX 1976 S&P 500 von 1950 bis 1976

Ich war zum Zeitpunkt des Ölpreisschocks zwar erst drei Jahre alt und hatte bei diesem Ereignis noch keinerlei Emotionen dazu, aber viele Anleger aus dieser Zeit werden von einer, unserer Zeit ähnlichen, Weltuntergangsstimmung berichten können. Immerhin verlor damals der S&P 500 Index von seinem Höchststand auch mehr als 50%.

Der Chart des S&P 500 von 1980 bis heute sieht nicht viel anders aus:

S&P 500 INDEX 2010S&P 500 von 1980 bis 2010

Ein etwas steilerer Anstieg in den 90ern und eine länger andauernde große Seitwärtsbewegung (das verlorene Jahrzehnt). Aber letzten Endes wird auch diese Phase in der langfristigen Betrachtung – so die Weltwirtschaft nicht kollabiert (aber was wäre die Alternative dazu?) – verschwinden, ebenso wie die Ölkrise 1973. Und neue Anlegergenerationen werden den Chart ohne Emotionen betrachten, wie ich den von 1973. Waren eben “kurz” 50% Minus und danach hat sich der Index verelffacht.

S&P 500 INDEX all S&P 500 von 1950 bis 2010

Charttechnisch gesehen hat der S&P auf Monatsbasis auch eine Besonderheit zu bieten: Der RSI hat im März 2009 zum zweiten Mal in 60 Jahren eine Überverkauftzone erreicht. Beim ersten Mal folgte daraufhin ein 26-jähriger Bullenmarkt.

Nächste Woche Dienstag folgen weitere Details und wir wagen auch eine langfristige Prognose.

Montag, 5. April 2010

S&P 500 – weekly – KW 13

s&p 500 hoose 01042010 S&P 500 - Wochenchart

Dem S&P 500 ist der Ausbruch über seinen Widerstand von Jänner 2010/Oktober 2008 gelungen. Unser Hoose Index bleibt grün und zeigt einen intakten Aufwärtstrend an.

Mehr zum S&P 500 aus historischer Sicht zeigen wir Ihnen in unserem nächsten Posting.

Freitag, 2. April 2010

Will Schweizer Nationalbank den CHF günstiger halten?

Nachdem der Schweizer Franken gestern seinen Tiefststand von 1995 mit EURCHF 1,4145 eingestellt hatte, dürfte dann doch die SNB interveniert haben. Der Kurs erreichte daraufhin binnen weniger Minuten wieder 1,4410. Aktuell notiert der Schweizer Franken bei 1,4326 EUR.

EUR_CHF Spot 02042010

Das Zentralbankratsmitglied Jean-Pierre Danthine hatte am Donnerstag geäußert, die SNB werde jede exzessive Aufwertung der Währung stoppen.

Dazu ein interessanter Artikel der Financial Times Deutschland: Link