Dienstag, 8. Juni 2010

Die Inflation kommt, so sicher wie das Amen im Gebet! - Außer es kommt die Deflation!

Heute haben wir mal im Internet gestöbert und wir hatten eine Erkenntnis - Die Inflation kommt, und das sicher. Überzeugt haben uns zahlreiche Websites, die das Gespenst der Inflation an die Wand malen und nebenbei auch noch ein paar Anlagetipps geben, was man tun soll. Gold natürlich, Grund und Boden und angreifbare Werte. Manche empfehlen Kunst oder Wald oder oder.
Doch ist die Angst vor der Inflation unbegründet oder nicht. Kurzum - eigentlich jein- Es kommt auf den Zeitraum der Betrachtung an.
Die Inflation ist die Verteuerung der Waren. Wir leben schon seit Jahrzehnten mit der Inflation. Jedes Jahr wird das Öl teurer oder die Miete. Nichts neues für uns, oder. Warum haben wir also nun auf einmal Angst vor der Inflation?
Tja, es wird von vielen so getan, dass unser Geld bald nichts mehr Wert sein wird. Auch das ist nicht neu, jeder der schon länger auf der Welt verweilt, weiß dass die Dinge in den Siebzigerjahren oft die Hälfte von dem kosteten, was es heute kostet. Also eine Halbierung des Geldwertes in knapp 40 Jahren.
Es geht also nur um die Geschwindigkeit, in der wir die Entwertung unseres Geldes erwarten. Viel haben Angst vor einer galoppierenden Inflation, die erhebliche Verteuerungen über das gewohnte Maß hinaus verursachen.
Die Argumente für eine Inflation sind meist, dass die Staaten ungeheure Geldmengen drucken und das die Inflation auslösen muss. Denn, wie jeder weiß, da wo zuviel Geld ist steigen die Preise. Aber Geldmenge allein löst keine Inflation aus, das Geld muss ausgegeben werden und auf dem Markt ankommen. Denn nur wenn dem Angebot eine größere Nachfrage gegenübersteht, dann werden auch die Preise steigen.
Sollte aber die Nachfrage sinken, weil immer mehr Menschen zum Sparen gezwungen sind, dann werden zumindest mittelfristig mehr Waren im Geschäft auf ihren Verkauf warten, als es Käufer gibt. Einige werden ihre Preise senken müssen und somit käme es zu Deflation.
In Japan herrschte rund 15 Jahre eine Phase der Deflation, ausgelöst durch die Finanzmärkte.
Nun was kommt weiß die Zukunft. Eines Wissen wir aber schon, lassen sie sich nicht verrückt machen und mit zweifelhaften Anlagetipps (wie z.B. "Handeln sie jetzt!!!") unter Druck setzen.
Übrigens die Vergleiche der heutigen Krise zur Wirtschaftskrise 1929 um die Angst vor der Inflation zu schüren hinken meist, denn damals herrschte zu den Krisenzeiten eine Deflation, keine Inflation. Die Hyperinflation in Deutschland fand schon einige Jahre zuvor statt.

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