Mittwoch, 30. Juni 2010

Einen interessanten Artikel zu Aktien und Inflation haben wir im Blog des Handelsblattes gefunden. Den wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

Von Aktien und Inflation

Aktien werfen langfristig eine Rendite von sieben bis acht Prozent ab und sind damit anderen Anlageklassen deutlich überlegen. Das ist die herrschende Lehre, die von der Aktien-Lobby gebetsmühlenartig postuliert wird. Doch bei genauerer Betrachtung sind Aktien deutlich weniger einträglich.

Zum einen können die Ergebnisse natürlich je nach Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt stark variieren. Das hat das vergangene Jahrzehnt gezeigt, in dem Anleger unter dem Strich mit Dividendenpapieren Miese machten. Dass Timing an der Börse wichtig ist, sollte jedoch niemanden wirklich überraschen. Wer beispielsweise nicht Anfang 2000, sondern bereits ein Jahr früher in Aktien investiert hat, hat erst mal keinen Grund zur Klage.

Dass die langfristigen Renditen von Aktien dennoch weitaus weniger attraktiv sind als allgemein behauptet, zeigt eine spannende Analyse des Wall Street Journal. In dem Artikel, der kurz vor Jahresschluss erschien, hat Autor E.S. Browning errechnet, was Aktien langfristig real, also unter Berücksichtigung der Inflation, eingebracht haben. Das Ergebnis zeigt der folgende Chart:

MI-BA501_ABREAS_NS_20091227184814

Die Analysten von Ned Research, aus deren Händen auch der Chart stammt, haben errechnet, dass der Dow Jones gemessen an seinem Höchststand vor dem großen Crash im Jahr 1929 heute gerade einmal doppelt so viel wert ist. Zum Vergleich: Betrachtet man den US-Leitindex rein nominal, liegt er aktuell etwa 27-mal höher als damals.

Nun werden die wenigsten Anleger ihre Aktien seit damals halten. Aber auch die Daten für den Zehnjahresvergleich sprechen eine klare Sprache: Legt man nämlich die Preise von 1999 an den aktuellen Dow-Kurs an, so kommt man statt auf einen Indexstand von über 10.500 Punkten lediglich auf einen Wert von rund 8.150 Zählern. Das heißt: Inflationsbereinigt haben US-Aktien seit 1999 fast 30 Prozent an Wert verloren. Um das 1999er-Niveau auch real wieder zu erreichen, müsste der Dow über 13.500 Punkte steigen.

Um es klar zu sagen: Die Zahlen sollen nicht dazu dienen, Aktien zu verteufeln. Denn im Vergleich zu anderen Anlageklassen haben sie langfristig immer noch besser abgeschnitten: So zitiert das “Journal” in dem Artikel Zahlen von Garrett Thornburg von Thornburg Investment Managers, denen zufolge Aktien zwischen 1978 und 2008 inflationsbereinigt zwar nur 4,5 Prozent pro Jahr abgeworfen haben. Aber: Kommunalobligationen (+2,5 Prozent), Staatsanleihen (+2 Prozent) und vor allem Unternehmensanleihen (+0,2 Prozent) schnitten im Vergleich dazu schlechter ab und auch die Preise für Immobilien traten auf der Stelle.

Quelle: blog.handelsblatt.com


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