Donnerstag, 21. April 2011

Der Dax und sein Herrchen

Kennen Sie die Geschichte, mit der André Kostolany seinen Lesern die Funktionsweise der Börse erklärte?

Sie geht so: " Ein Mann geht auf der Straße spazieren.Er hat seinen Hund dabei. Und wie Hunde sich verhalten, läuft er vor und kommt wieder zu seinem Herrchen zurück. Dann läuft er wieder vor, sieht, dass er zu weit gelaufen ist, und kommt wieder zurück. So geht es die ganze Zeit. Am Ende kommen sie beide am gleichen Ziel an. Doch während der Mann schön langsam einen Kilometer zurückgelegt hat, ist der Hund herumgerast und hat vier Kilometer zurückgelegt. Der Mann ist die Wirtschaft und der Hund ist die Börse." (Kostolany, André 2007)

Dieses Gleichnis wollen wir direkt anhand eines DAX- und BIP-Deutschland-Wachstumscharts überprüfen:

DAX vs. BIP Wachstum Deutschland

Während zu Beginn der 90er Herr und Hund ziemlich gleichauf laufen, wird der Hund bis zum Internethypezeitalter sehr lebendig und läuft weit davon, um dann sehr schnell wieder zurück zu kommen. Gleiches gilt für den Immobilienhype bis zum Höhepunkt der Blase 2007, wobei der Absturz das Herrchen (BIP-Wachstum) nicht mehr erreicht, sondern vorher (trotz Überschwappen der Krise auf die Staaten und Banken) in eine extrem schnelle, V-förmige Erhohlung übergeht.

Im Klartext unterstellt die Börse seit Anfang der 90er Jahre für den DAX ein 8%-iges Wirtschaftswachstum pro Jahr. Werte die mittlerweile auch die Emerging Markets nur mehr vereinzelt erreichen.

DAX vs. lineare Wachstumsraten

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