Dienstag, 20. Dezember 2011

Auswirkung unterschiedlicher Zentralbankpolitik an der Zinskurve

Die Auffassungen hinsichtlich den Aufgaben einer Zentralbank können gar nicht unterschiedlicher sein als in den USA und in Europa. Während die FED aus Angst vor Deflation entstanden ist, wurde der EZB die Geldwertstabilität ganz klar als primäres Ziel vorgegeben. Die FED hat dadurch naturgemäß kein Problem, genügend Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Daraus resultieren dann Wirkungen, die ohne Betrachtung des Hintergrundes "Liquiditätsversorgung" unplausibel erscheinen. So lag Anfang des Jahres der Zinssatz für zehnjährige Kredit in den USA bei 3% und aktuell bei 2%. Trotz zwischenzeitlicher Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA. Nach Berücksichtigung der Inflation ist diese Anlage für Investoren ein Verlustgeschäft.

Yield Curve USA (Quelle: http://www.forexpros.com)


Den gleichen Effekt sehen wir auch bei den Aktien: Seit Jahresbeginn verlor der DAX -17,6%, während der S&P 500 nur -3,1% abgeben musste. Trotz durchwegs schlechterer Fundamentaldaten in den USA. Das große Thema ist die funktionierende Bereitstellung von Liquidität. Und die amerikanische Inflationsrate befindet sich eher im Abwärtstrend:

Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research

Zwar versucht mittlerweile auch die EZB die Zinsstrukturkurve zu beeinflussen. Die dabei eingesetzten Mittel sind aber im Vergleich zu den USA gering und genauso die Wirkung.


Zinsstrukturkurve Europa (Quelle: Börse Stuttgart)


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