Mittwoch, 28. Dezember 2011

Gespenst Rezession: Deutschland hat bereits 5 Rezessionen hinter sich!

Die Rezession ist in der Literatur als Abschwungphase definiert. Das heißt, daß in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gegenüber der Vorquartale kein Wachstum oder ein negatives Wachstum stattfindet. Das Bruttoinlandsprodukt sinkt also.

Laut Josef Schumpeter ist die Rezession ein Abschwung, der in einem normalen Zyklus vorkommt. Die Wirtschaftskraft hat also auch ihre Zyklen, und die Rezession ist vorerst nicht als abnormal zu klassifizieren. Sie gehört zu einem Kreislauf dazu.

Eine Rezessionsphase ist im Allgemeinen gekennzeichnet durch:

  • Abschwächung der Hochkonjunktur
  • pessimistische Beurteilung der Wirtschaftslage
  • Rückgang der Nachfrage
  • überfüllte Lager
  • Abbau von Überstunden und beginnende Kurzarbeit
  • fehlende Investitionen
  • teilweise Stilllegung von Produktionsanlagen
  • stagnierende oder sinkende Preise, Löhne und Zinsen
  • fallende Börsenkurse
(Quelle Wikipedia)


In der Bundesrepublik Deutschland hat es in der Geschichte laut einem Bericht des statistischen Amtes fünf Rezessionen gegeben, vereinfachend identifiziert an negativen jährlichen Veränderungsraten des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts.
(Aus dem Destat Bericht)
Mit der ersten Rezession im Jahr 1967 endete das deutsche „Wirtschaftswunder“ und eine Zeit ungebrochener Hochkonjunktur seit 1950. Die Phase des Wiederaufbaus war abgeschlossen
und in der Folge verlangsamte sich das Wachstum der Wirtschaft. Auf politischer Ebene kam es zum Rücktritt der Regierung Erhard und in der Folge zur ersten Großen Koalition.
Unterteilt man den Zeitraum seit 1950 in Zehnjahresabschnitte, so betrug in der ersten Dekade (1950 bis 1960) das jahresdurchschnittliche Wachstum 8,2 %, in der zweiten Dekade (1960 bis 1970) dann 4,4 %, im folgenden Zeitraum (1970 bis 1980) 2,9 % und im Zeitabschnitt 1980 bis 1991 nur noch 2,6 %. In den ersten zehn Jahren nach der deutschen Vereinigung (1991 bis 2001) lag das jahresdurchschnitt liche Wirtschaftswachstum bei 1,7 % und im Gesamtzeitraum seit der deutschen Vereinigung (von 1991 bis 2008) bei 1,5 %.

Die Phase des Aufschwungs Anfang der 1970er-Jahre nahm mit dem ersten weltweiten Ölpreisschock im Herbst 1973 ein jähes Ende und führte für das Jahr 1975 mit zu dem bisher
am stärksten ausgeprägten Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in der Nachkriegszeit (– 0,9 % gegenüber dem Vorjahr). Durch das Lieferembargo der Organisation
erdölexportierender Länder (OPEC) hatte sich der Ölpreis im Herbst 1973 in wenigen Monaten vervierfacht.

Die zweite Ölkrise wurde durch die Islamische Revolution im Iran und den ersten Iran-Irak-Krieg 1980 ausgelöst, was sich schließlich im Gesamtjahr 1982 in einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts niederschlug (– 0,4 %). Auf politischer Ebene kam es in Deutschland zum Regierungswechsel und zur Ablösung von Bundeskanzler Helmut Schmidt durch seinen Nachfolger Dr. Helmut Kohl.

Die nächste Rezession in Deutschland kam nach dem Boom durch die deutsche Vereinigung
im Jahr 1993 zustande (Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 %). Allerdings war auch hier wieder einemassive Erhöhung des Ölpreises im Jahr 1990 infolge des ersten Golfkrieges vorausgegangen, der die Weltwirtschaft bereits in einen globalen Wirtschaftsabschwung gedrängt hatte. Dieser kam in Deutschland durch die Sondersituation der deutschen Vereinigung erst verzögert zum Durchbruch.

Also hat die stärkste Wirtschaftsnation Europas immerhin schon fünf Rezessionen überlebt. Sie ist auch ein Vorläufer für zukünftige Wachstümer. Somit keine Angst vor 2012. Sollte eine Rezession eintreten, war alles schon mal da!

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