Mittwoch, 27. März 2013

Neues Szenario: "Your Account could be cyprused!"

Eine Schlagzeile in Australien lautet: ""Invest in Gold or Your Bank Account Could be Cyprused." Die Furcht "cyprused" zu werden schwebt also bis nach Australien.

Aber auch Gold wurde schon "gecyprused". Im Jahre 1933 verbat der amerikanische Präsident Roosevelt per Gesetz für alle amerikanischen Bürger den Besitz von Gold.  Damals musste man sein Gold abgeben und es gegen 20,67 US-Dollar pro Feinunze eintauschen. Öffnungen von Bankschließfächern wurden durchgeführt. Wer zuwider handelte wurde mit einer Haftstrafe belegt.

Heute ist das Gold je Feinunze rund 1604 Dollar wert. Es ist also 80 mal soviel wert, wie man damals bekommen hat. Die erhaltenen 20,67 Dollar hätte man über die gesamte Laufzeit mit einem Nettozinssatz von 5,59% verzinsen müssen, damit man auf diese Summe heute käme.

Hätte man damals die 20,67 Dollar immer zu der jährlich aktuellen Verzinsung eines 10 jährigen Treasury Bill der USA angelegt, dann wären heute 1174,71 Dollar übrig. Dies ergibt sozusagen einen Abgang gegenüber dem Gold von 429,29 Dollar oder schlicht 26% weniger. Somit wurde man damals "cyprused".




Montag, 18. März 2013

Zypern dämpft EURO

Heute Montag hat der Euro gegenüber dem USD um über 1,3% nachgegeben. Dies dürfte wohl eien zusätzliche Wirkung aus dem zypriotischen Rettungspaket sein. Die Investoren verlieren das Vertrauen in die Währung, weil niemand weiss, ob sich nicht auch noch weitere Beteiligungsdiskussionen der Anleger an anderen Staatsschulden entwickeln.

Das Heranziehen der Sparbuchbesitzer zur Rettung der zypriotischen Finanzen ist ein Novum, dessen Auswikungen nicht vorhersehbar sind. Einerseits kommt eine Senkung des EURO der europäischen Exportwirtschaft zu pass, andererseits weiß man nicht, ob nicht immer mehr Anleger mit dem Abzug der Gelder aus den Banken reagieren und ihr Geld wieder nach hause schaffen, sofern sie keine Euroanleger sind.

Das schlimmste wäre ein sogenannter Bankenrun, indem die Anlger ihre Gelder von den Banken abheben. Dies wäre wohl die schlimmste Katastrophe für das Geldsystem. Gerade dei Anleger in den gefährdetetn Staaten Italien, Portugal usw. werden sich die Entwicklungen wohl genau ansehen und schon bei zarten Hinweisen auf derartige Entwicklungen die Gelder abziehen.

Die Analyse dient nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. 


Samstag, 9. März 2013

Haben wir Lehren aus dem Fall Lehman gezogen?

"Nach der Pleite von Lehman Brothers und dem Ausbruch der Finanzkrise haben wir alle erwartet, dass es nicht in derselben Tonart weitergehen könne. Die Finanzmärkte würden reguliert werden, es würde ein Kulturwandel erfolgen, die schlimmsten Auswüchse von Gier und Übertreibung würden gestoppt werden. So hätte die Sache sogar ihr Gutes gehabt.

Doch was ist seither geschehen? Wir halten viereinhalb Jahre nach Lehman, und der wichtigste Börsen-Leitindex Dow Jones hat diese Woche einen Rekordstand erreicht. Dieses Kursfeuerwerk hat seinen Hauptgrund in einer Schwemme billigen Geldes. Notenbanken fluten die Märkte, dieser Geldregen sucht sich seine Anlage, und die wichtigste Anlagealternative in Zeiten historisch niedriger Zinsen lautet eben: Kaufe Aktien!

Wir haben es daher mit sehr stark politisch motivierten Börsen zu tun. Die Stimulation führt zur Aufblähung der Bilanzen der Notenbanken, zu künstlich getriebenen Börsengewinnen, die mit realen Effekten nur bedingt zu tun haben. Wir gehen weiterhin auf dünnem Eis."

Quelle: Oberösterreichische Nachrichten, 09.03.2013, Gerhard Mandlbauer
Ganzer Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leitartikel/Leitartikel;art11085,1079241