Montag, 16. September 2013

Wird die USA innerhalb von nur fünf Jahren Saudi Arabien und Russland als weltgrößte Ölproduzenten ablösen?


Die USA fördern soviel Öl wie seit 24 Jahren nicht mehr, der Anstieg dämpft nach Ansicht der Energieagentur den Ölpreis

Die USA produzieren dank des umstrittenenFracking-Booms derzeit so viel Öl wie seit 24 Jahren nicht mehr. In der vergangenen Woche förderte das Land pro Tag 7,57 Millionen Barrel (das Fass zu 159 Liter), wie die Energiebehörde EIA am Mittwoch bekanntgab. Zuletzt förderte das Land im Dezember 1989 mehr Öl als heute.
Verantwortlich für den spektakulären Anstieg der Ölförderung in den USA ist vor allem die Weiterentwicklung der Fördertechnik Fracking, die von Umweltschützern stark kritisiert wird. Dabei
werden Wasser, Chemikalien und Sand unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dieses aufzubrechen (fracken) und so Reserven zu erschließen. Anfang 2011 lag die Öl-Produktion noch unter sechs Millionen Barrel pro Tag.

Dämpfer für Ölpreis

Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur IEA wirkt der Anstieg der Ölförderung in den USA bereits dämpfend auf den Ölpreis, denn die Technik habe Produktionsausfälle in Libyen und im Irak aufgefangen. Die USA werden nach Einschätzung der EIA in diesem Jahr erstmals mehr Öl fördern als importieren.
Die in Paris ansässige IEA rechnet damit, dass die USA innerhalb von nur fünf Jahren Saudi Arabien und Russland als weltgrößte Ölproduzenten ablösen. Beim so genannten Fracking werden Wasser, Chemikalien und Sand unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dieses aufzubrechen (fracken) und so Öl- und Gas-Reserven zu erschließen. In Deutschland hatte sich die Koalition vor der Bundestagswahl nicht auf eine Regelung des Fracking einigen können. Auch in Österreich ist das Thema heftig umstritten. Die heimische OMV hat sich von entsprechenden Plänen bis auf weiteres verabschiedet.

Geheimvertrag

Das Thema Fracking wird allerdings durchaus auch in den USA immer wieder kontrovers diskutiert. Ein von der Justiz abgesegneter und Anfang August an die Öffentlichkeit gelangter Geheimvertrag zwischen einem Ehepaar und drei Energieunternehmen sorgte jüngst wegen einer Verschwiegenheitsklausel für minderjährige Kinder für Aufsehen. Die "Pittsburg Post Gazette" veröffentlichte ein Abkommen aus dem Jahr 2011, das dem Paar 750.000 Dollar (knapp 565.000 Euro) zusprach. Im Gegenzug verlangte es Verschwiegenheit über die Förderung von Schiefergas mittels der umstrittenen Methode. Dagegen, dass dies auch für ihre sieben und zehn Jahre alten Kinder gelten soll, wehren sich die Eltern nun.
Chris und Stephanie Hallowich waren dem Bericht zufolge gegen die Unternehmen Range Resources, Williams Gas/Laurel Mountain Midstream und MarkWest Energy im Bundesstaat Pennsylvania vorgegangen. Sie warfen ihnen vor, dass zur Gewinnung von Schiefergas in der Nähe ihres Bauernhofs eingesetzte Chemikalien ihre Gesundheit schädigten. Unter anderem klagten Eltern und Kinder über Schmerzen an Augen, Ohren und im Rachenraum.
Die Eltern erklärten nun, ihnen sei bei der Unterzeichnung des Vertrags bewusst gewesen, dass sie sich zu
lebenslanger Verschwiegenheit verpflichteten. Dass dies aber auch die Kinder betreffe, sei ihnen nicht klar
gewesen. "Das können wir gar nicht kontrollieren", wurde die Mutter zitiert. Der derzeitige Anwalt der Familie, Peter Villari, gab an, ein solcher Vertrag sei ihm in seiner 30-jährigen Laufbahn noch nicht begegnet.
(Quelle: Der Standard, Reuters 14.8.2013)

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