Freitag, 24. Januar 2014

Die Angst vor dem Platzen der Blase

Die Notenbanken pumpen Geld in die Märkte, was Immobilien, Anleihen, Gold und zuletzt Aktien verteuert hat. Doch auf die Zinssenkung der EZB im November des Vorjahres haben die Börsen kaum reagiert. Platzt die Blase, bevor die Wirtschaft anzieht?

Was den Börsen einheizt, ist die Aussicht auf weitere Liquiditätszufuhr durch die Notenbanken. Das sorgt regelmäßig für scheinbar paradoxe Börsenreaktionen, wenn die Kurse steigen, obwohl die Zahl der Neuanträge auf US-Arbeitslosenhilfe nicht so stark zurückgegangen ist wie erwartet oder der private Sektor nicht so viele Jobs geschaffen hat wie angenommen. Diese Diskrepanz weckt die Frage: Entsteht gerade eine riesige Blase, aufgebläht vom billigen Notenbankgeld? Analysten halten eine Korrektur in der nächsten Zeit für zunehmend wahrscheinlicher. Ein Ende der Rallye erwarten sie vorerst aber nicht.

Die Alternativen zu Aktien sind rar. Stefan Maxian von der Raiffeisen Centrobank verweist etwa auf die Dividendenrendite europäischer Aktien, die deutlich über der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen liegt. Das bedeutet freilich nicht, dass Aktien billig geworden sind, sondern nur, dass Anleihen teurer sind. Aktien seien normal bewertet. Die steilen Anstiege (Anm.: auf den Aktienmärkten) würden so eindrucksvoll aussehen, weil die Börsen vorher im Krisenmodus waren. Nun sei die Angst vor einem Kollaps gewichen.

Auch Marcel Schnyder, Chief Investment Officer bei LGT Capital Management, erwartet für die nächsten Monate kein Platzen einer Blase auf dem Aktienmarkt. Auch wenn der Aufschwung an den Börsen nicht von Wirtschaftswachstum, sondern von der Geldpolitik getrieben ist, „sind Unternehmensgewinne da“.

Um die ausufernden Staatsschulden in den Griff zu bekommen, gebe es drei Ansätze: einen Schuldenschnitt, schrittweises „Weginflationieren“ oder ernsthaftes Sparen, „aber das tut weh“. Dass es in nächster Zeit beim Weginflationieren bleibt, hält Schnyder für wahrscheinlicher, als dass es zum Bankrott von Staaten kommt.

Die Fed will frühestens 2015 die Zinsen erhöhen. In der Geschichte hatte der Beginn eines Zinserhöhungszyklus meist keine schlimmen Auswirkungen auf die Börsen– da Zinserhöhungen ja im Normalfall mit Wirtschaftswachstum einhergehen. Doch bestehen diesmal indirekte Gefahren: Wie berichtet, fürchtet die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich eine Krise wegen der hohen Menge an Dollarkrediten in China und anderen aufstrebenden asiatischen Ländern. 
(Quelle: Die Presse)

Die Analyse dient nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. 

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