Mittwoch, 11. März 2015

Bankanleihen - No risk, no fun?

"No risk, no fun – so lautet die Devise mittlerweile auch für den gemeinhin als sicher und solide geltenden Anleihemarkt, auf dem die Instrumente zunehmend raffinierter und komplizierter werden. Neben so genannten High Yield Bonds, also hoch verzinsten aber riskanten Unternehmensanleihen, mischen seit Kurzem „nachrangige Anleihen“ kräftig mit: Auch sie versprechen höhere Renditen als herkömmliche Bonds, bergen aber mehr Risken und fordern die volle Aufmerksamkeit des Anlegers. [...]" (Quelle: Linda Maschler)


Gerade Bankkunden werden von der Hausbank gerne die eigenen (Ergänzungskapital-)Anleihen angeboten, wordurch auf vielen Bankkundendepots ein starkes Klumpenrisiko entsteht, nämlich das Bonitätsrisiko der eigenen Hausbank. Und dieses ist bei nachrangigen Anleihen noch stärker zu bewerten und seit der angekündigten Abwicklung der Hypo Alpe Adria auch als reales Risiko zu verstehen.

Hier kommen bei Banken oft Ergänzungskapitalanleihen zum Einsatz, das sind nachrangige Anleihen, die von den Banken zur Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis begeben werden. Die Gläubiger werden hierbei bei der Sicherheitenverwrtung im Insolvenzfall nachrangig hinter den anderen Gläubigern der Bank behandelt. Der Erlös der Emission wird dem Eigenkapital zugerechnet. Zinsen dürfen nur dann ausgeschüttet werden, soweit sie im Jahresüberschuss vor Rücklagenbewertung (Rücklagen) gedeckt sind. Auch  verminderte Rückzahlungskurse sind zum Zeitpunkt der Tilgung möglich. Im Insolvenzfall haben die Käufer der Anleihen oft nur geringe Aussichten darauf, ihr eingesetztes Kapital zurückzuerhalten.

Neue, weiterreichende gesetzliche Regelungen
Zur Stabilisierung von Banken in einer Krisensituation werden im Rahmen der Verlustbeteiligungspflicht zukünftige Maßnahmen von Aufsichtsbehörden diskutiert. Folgende mögliche Maßnahmen sind aus heutiger Sicht denkbar: Reduzierung des Nennwerts von (nachrangigen) Anleihen; Umwandlung von (nachrangigen) Anleihen in Eigenkapital (z B. Aktien); Übertragung von Werten in andere Gesellschaften. Da die regulatorischen Änderungen derzeit noch offen sind, aber möglicherweise durch die oben beschriebenen Maßnahmen oder noch weitreichender in die Rechte und Pflichten der Anleger eingreifen, wird dieses Risiko für den Anleger mit einer höheren Verzinsung als bei nicht nachrangigen Anleihen abgegolten.

Expertentipp:
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Die Analyse dient nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Konsultieren Sie vor Anlageentscheidungen Ihren investdenker Berater.

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