Montag, 20. Juli 2015

Griechenland - ein Drama in 7 Akten

"[...] Das Thema Griechenland in einer "Superkurzfassung":

Quelle: pixabay, hbieser

1. Akt: Der Euro-Beitritt. Griechenland hätte zunächst nie dem Euro beitreten dürfen (wollte aber, ua weil man als Euroland mit besseren Konditionen am Finanzmarkt rechnen durfte.) [...]
2. Akt: Der Schuldenberg. Nach dem Beitritt hat GR weiter bis 2010 mit den Zahlen getrickst und so sein BIP hoch- und seine Schulden niedrig-gerechnet. (Goldman Sachs bekam für die erfolgreiche Trickserei 300 Mio Euro, begleitete die Ausgabe von 15 Mrd. an Staatsanleihen und verschwieg dabei die wahre Lage.) [...]
3. Akt: "Rettung" statt Bankrott. 2010 flogen die falschen Zahlen auf, [...] die Schulden blieben und standen nun in großen Missverhältnis zur Wirtschaftsleistung. [...] An dieser Stelle hätte man sagen müssen: Das war Betrug, und jetzt ist GR bankrott. Man hätte die Schulden umstrukturieren, die Banken beteiligen (und notfalls einzeln retten) und Systeme aufstellen müssen, die so etwas in Zukunft verhindern. Stattdessen übernahmen öffentliche Institutionen (ESM, EFSF, etc.) die Schulden und zwingen GR seither [...] die (im Bezug zum korrigierten BIP) völlig überhöhten Schulden zurückzuzahlen.[...]
4. Akt: Krisenverschärfende Programme. Bedingung für diese "Rettungkredite
" an den bankrotten Staat war das Sparprogramm, das die zu niedrige Wirtschaftsleistung noch dramatisch gedrosselt hat (um ein VIERTEL seit Beginn der Krise) und zugleich die Sozialleistungen stark gekürzt hat - was zu Arbeitslosigkeit und einer humanitären Krise führte. [...]
5. Akt: Die Linken gewinnen. Die verursachende Politikerkaste wurden 2015 abgewählt, die neue Regierung unter Führung von Syriza wollte das Sparprogramm beenden, die Troika entfernen um die Wirtschaft anzustarten, und einen Schuldenschnitt. [...] Das lief aber den Interessen der Geldgeber zuwider (schließlich haften jetzt Steuerzahler für die Schulden). [...]
6. Akt: Naivität und Härte. Syriza unterschätzte den Willen Schäubles, die Programme durchzuziehen, komplett und auf sträfliche Weise und rechnete nicht damit, dass die Eurozone ein Mitglied fallen lassen könnte. [...] Die EZB stoppte die Liquidität, die drei Geldgeber gewährten keinen Überbrückungskredit. Seither hat die griechische Wirtschaft einen gewaltigen Dämpfer bekommen. [...]

7. Akt: Der Gipfel. Ergebnis: Tsipras hat auf fast allen Ebenen nachgegeben und einem Spar- und Privatisierungs
-Programm zugestimmt, das noch viel schärfer ist als das eben erst im Referendum abgelehnte. Im Gegenzug wird wieder über Notkredite verhandelt. Diesmal 83 Milliarden für die nächsten drei Jahre.
Fazit: Die Konkursverschleppung geht weiter.[...]" (Quelle: Corinna Milborn)


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